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Aktuelle Filmvorschauen auf Apple.Com, WorstPreviews.com oder IMDb.com

1=ein muss  -  2=cool  -  3=hat was  -  4=geht so  -  5=nö

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Aus technischen bzw. Praktikabilitätsgründen
schreibe ich meine Kritiken seit July 2007
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April 2007    300     Zack Snyder 4 = geht so

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April 2007    Lady Vengence     Chan-wook Park 2 = cool

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März 2007    The last king of Scottland     Kevin Macdonald 2 = cool

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März 2007    Die Fälscher      Stefan Ruzowitzky 1 = ein muss

Kritik im -> 

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Februar 2007    Blood Diamonds     Edward Zwick  2 = cool

Gute Abenteuerfilme sind in einer Zeit wo schon das Konsumieren an sich zu Letzterem hochstilisiert wird, nicht einfach zu machen. In diesem Fall, hat es geklappt. De Caprio kommt in das post Milchgesichtalter und ja, er trägt den Film. Klar, es gibt ein paar Längen hier, ein paar pseudopolitische Ausrutscher da und die üblichen Drehbuchpatzer. Aber wie gesagt, es hat geklappt.

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Februar 2007    4 Minuten     Chris Kraus  1 = ein muss

Duell an der Klaviatur! Die eine kann aber will nicht, die andere wollte aber konnte nicht. Ein Soundtrack der einem das Fell in Wellen über den Schultern zusammenschlagen lässt und 2 Protagonistinnen die in solch einer Intensität im deutschen Film lange nicht mehr aufeinander losgegangen sind. Bravo. Wenn sich dann Frau Herzsprung in Ihren 4 Minuten austobt, das im wahrsten Sinne des Wortes die Balken zittern, hat auch der letzte Zweifler am deutschen Film zumindestens für kurze Zeit einen schönen kleinen wunderbaren Lichtblick miterleben dürfen. Noch mal Bravo.

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Januar 2007    Prestige     Christopher Nolan    2 = cool

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Januar 2007    Departed - Unter Feinden     Martin Scorsese    3 = geht so

Über diesen Film habe ich vorher zuviel gelesen bzw. gehört. Zum Schluss war meine Erwartungshaltung so riesig, dass auch eine Martin Scorsese diese nicht mehr erfüllen konnte. "Crime does not pay" ist zwar sehr wahr, aber als Rückgrad eines Filmes auch bisschen dünn.

Na, ob das ein Oskar wird, Marty?

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Dezember 2006    Wer früher stirbt ...     Marcus H. Rosenmüller         1 = ein muss

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November 2006    Casino Royal     Martin Campbell         2 = cool

"Meine Name ist Bond, James (Jakob) Bond" ist eine der Zeilen die in jedem 007 Film bis dato im Rahmen der Auftaktepisode in Gegenwart einer meist schönen Frau zu deren Gehör gebracht wurde. Da in dieser Ausgabe alles ein wenig anderes ist, fällt der Bonmot erst 20 Sekunden vor dem Abspann. Ein neuer Bond verlangt nach neuen Sichtweisen auf eine mittlerweile fast halbes Jahrhundert alte Erfolgsserie. Als 1962 der erste MI6 Agent mit Lizenz zum Töten auch mal einen Bösen einfach in den Rücken schoss, war diese Szene vielleicht nicht sehr britisch aber als omnipotenter, cool parlierender und in aller Welt herumkommender Repräsentant des westlichen Style of Live eine, nach dem ersten Erfolg nicht mehr wegzudenkende Ikone im Agentenfilmgenre. Jetzt muss nach Pierce Brosnan also Daniel Craig, eine Welt die sich nach dem Ende des kalten Krieges nicht mehr einfach in die Guten und die Schlechten aufteilen lässt, nach dem Rechten schauen. Fälschlicherweise wird er in der Kritik als blonder Bond beschrieben, aber blond isser nicht, eher von hellbrauner Haarfarbe und mit blauen Augen, aber einen Body hat er, dass es eine wahre Pracht ist, wenn er wie damals Ursula Andres oder vormals Hale Berry aus den Fluten steigt. Holla, der Mann ist Mann und weiss es.

Der Plot ist der Plot und bleibt der Plot. Im Casino Royal muss gepokert werden, das sich die Balken biegen und um dahin zu kommen gibt es eine Menge Aktion, und um die Geschichte zu Ende zu bringen, noch mehr davon. Das der Film dabei 20 Minuten zu lang geworden ist nicht sehr elegant tut aber keinen wirklichen Abbruch. Der bondgirltouch wird diesmal durch zumindest in der OV sehr schön zweideutige Dialoge in den Kopf der Betrachtenden projeziert und muss nicht in den Dekoltees diverser girls gesucht werden. Insgesamt ist alles härter, ironischer, witziger und kurzweiliger als in den Filmen davor und lässt auf neue Abenteuer von Jakob hoffen.

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November 2006   The science of sleep     Michel Gondry        2 = cool

"Boy meets girl", äh "Chico meets fille", ist und bleibt ein schönes sehr unterhaltsames Sujet. In dieser Verzwickung ist der Junge mit einer dermassen lebhaften Fantasie bzw. Traumbegabung ausgestattet, dass sich nach und nach eine Zwischenwelt etabliert in der alles möglich scheint.

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November 2006   V wie Vendetta     James McTeigue        5 = nö

Man nehme Orwells 1984, ein paar coole an Matrix angelehnte Actionsequenzen, ein bisserl angestaubtes England (ach nee, das hatten wir ja schon bei Orwells 1984), Menschenversuche, Politiker die über Leichen gehen und einen Produzenten der sagt, das so ein komplexes weil politisches Thema nicht unter 120 Minuten zu erzählen ist.

Zu sehen gibt es dann eine vielversprechende Eingangssequenz, eine Natalie Portman die mit grossen braunen Augen, das Geschehende nicht richtig zu verkraften scheint,  alle naslang bittere Kommentare über totalitäre Systeme und die heldenhafte Mär über den Einzelnen, der es wagen muss, weil sonst die vielen  anderen weiter darben.

So ist der Film nicht wirklich spannend; wegen 1ner Aktionszene gehe ich nicht ins Kino und unser wackerer Filmdetektiv macht als der rote Faden der Geschichte mit seiner betont betroffenen Visage und seinem bemühten Unterfangen, den Kohl auch nicht fett und den Film nicht spannender. Uff.

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Oktober 2006   Sommer 04       Stefan Krohmer        5 = nö

Diese deutsche Erfindung beim Film, dessen ureigenste Sinnhaftigkeit zu negieren und stattdessen Ersatztheateraufführungen oder Quasihörspiele stattfinden zu lassen, was dann im Ausland auch noch als Auteurfilm gründlich missverstanden und mit Preisen bedacht wird, ist in diesem Machwerk auf die Spitze getrieben worden.

Eine Story (Familien/Ferienidyll mit Bäumchen-wechsel-dich Aspekten) in der die Charaktere von Motivationen getrieben sind, die selbst deren Therapeut nicht nachvollziehen könnte, mit einem Soundmischung gequält, in der sich die wahrscheinlich als Praktikanten angeworbenen Junggeräuschemeister mit allem, nur nicht ihrer Technik auseinandergesetzt haben, einer Kamera die als Stopmotion oder Diaschau, aber bitte nicht im Dunkeln, mehr Drive und Esprit entwickelt hätte und ein Drehbuch das jede Handlung dem Zuschauer zeigt ohne auf dessen Mitdenken zu spekulieren, macht den Cast platt und den Kinogänger krank.
Es hätte wahrscheinlich eine Chance gegeben, dieser Attacke auf die Lust am Film entgehen zu können, aber leider wurde der Originaltitel: "Sommer 04 - an der Schlei" stillvoll verkürzt.
Ich gehe normalerweise nicht vor Ende, weil es mich zumindest auch wenn der Film in meinen Augen nicht so toll ist, interessiert, wie die Geschichte denn nun ausgehen wird. Aber in diesem Fall, wurde auch diese Motivation erfolgreich abgetötet. Arme Martina Gedeck, ich glaube an ihrer Stelle wäre ich irgendwann schreiend vom Set gelaufen oder hätte in der Ostsee einen Selbstmordversuch unternommen. Aber wer weiss, vielleicht ist der Film erst im Schnitt vor die Hunde gegangen, was aber an dem grauenhaften Kinoerlebnis nichts aber auch gar nicht ändert.

Wenn das die Fördermillionen sind, die im Rahmen der momentan stattfindenden Debatte gestrichen werden sollen, bin ich dafür sie anderen Institutionen angedeihen zu lassen.

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July 2006   Over the hedge       Tim Johnson Karey Kirkpatrick        2 = cool

Die Winterschläfer erwachen vor einer gewaltigen Hecke, die ihre alte Welt hat verschwinden lassen und in der ein verschlagener Waschbär mit einer windigen Agenda versucht unserer Ökofamilie das Leben einfacher zu machen. Sprich, warum nach Nüssen, Wurzeln und Beeren suchen, wenn tier anno heute sich mit Fritos, Nachos und anderen in Plastiktüten Eingeschweisstem durchs Leben bzw. die Zeit bis zum nächsten Winterschlaf schlagen kann. "The pursuit of happiness" heisst das in der amerikanischen Verfassung und dabei muss jeder aufpassen, das er nicht unter die Räder kommt, nicht unbedingt das kürzere Ende der Wurst bekommt und nicht alles an Moral über Bord schmeisst, was ihm/ihr gerade zu schwer zu (er)tragen scheint. Somit sind alle Ingredienzien für ein Abenteuer mit Familienanschluss und postmoderner Konsumkritik in Form aller uns bekannten Assoziationsketten (Igelfamilie - och wie süss, Stinktier - niemand mag mich, Schildkröte - harter Schale - weicher Kern, Opossen - alleinerziehender Vater mit Tochter und einem Eichhörnchen - putzig, rasendschnell und intelligent) gegeben.

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July 2006   Pirates of the Caribean (2)       Gore Verbinski        5 = nö

Selbst im Original von Dead Man's Chest entwickelt diese 2,5 Stunden lange Achterbahnfahrt keinen wirklichen Esprit. Vielleicht liegt das einfach daran, das Letzterer im ersten Teil so grosszügig und verschwenderisch verteilt wurde, das diesmal nichts mehr übrig war. Wahrscheinlich war meine Erwartungshaltung so hoch geschraubt, dass selbst ein Jack Sparrow, ähehm sorry, Captain Jack Sparrow sie einfach nicht erfüllen konnte. Diese ständig nach festem Boden suchende dabei mehr dadaistisch im Monolog gefangene als zum wirklichen Dialog willige Rolle, war im ersten Teil so eine Offenbarung, dass im 2ten nur noch ein strauchelnder Gott gezeigt werden konnte. "Anyway" der Film hat seine Momente, die ich sehr genossen habe, aber ob ich mir den letzten und dritten Teil anschauen werde, der in sehr unspannender Weise als Cliffhanger in den letzten Minuten noch angekündigt wurde, weiss ich noch nicht.

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July 2006   Sentinel     Clark Johnson        3 = hat was

Ein Maulwurf in den Reihen des Secret Service, dessen vornehmste Aufgabe es ist, den Präsidenten (Codename - Cincinnati) und seine Gattin (Rosegarden) vor Attentaten zu schützen. Eine klassische "Who will do it" Geschichte, die wie jeder weiss, so lange spannend ist, als das der Zuschauer genauso wie unser Protagonist keine Ahnung hat wer der oder die Täter/innen denn sein könnte/n. Die Geschichte ist so gut aufgebaut, dass es ziemlich lange dauert bis es raus ist, wo das Böse lauert. Bis dahin ist alles schön unterhaltsam, aber ab dann ist es halt der alte 10 kleine Negerlein Abzählreim und zum Schluss ist dann auch Cincinnati gerettet. Na Bravo.

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Juni 2006   ANGEL A     Luc Besson        2 = cool

Ein Märchen in s/w mit Paris als glorios güldenem Hintergrund. 5 Schritte bis zur Selbsterkenntnis können durch professionelle Unterstützung in n-fachen therapoltischen Sitzungen mit einer Person Ihres Vertrauens erarbeitet werden, oder wie in diesem Fall unter Anleitung eines unglaublich langbeinigen Wesens und dem Weglassen der Couch.

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Mai 2006   good night and good luck   George Clooney        2 = cool

Ein Film fürs Fernsehen über das Fernsehen? Nein ein Kinofilm in schaurig schönem schwarzweiss, der aus den Kindertagen des Fernsehens erzählt, zu der die wirklichen Nachrichten erst in der Zeitung standen, bevor sie wie in diesem Fall, vom Fernsehen aufgenommen und in einer neue Liga - Hinterfragung der McCarthy Ära Methoden - vor einem Millionenpublikum verhandelt wurden. Historisch wird die Geschichte einer gefestigten Demokratie erzählt, die, wenn sie funktioniert sich selber reinigen kann, weil die Presse als eine Säule derselben sich traut Fragen zu stellen und zumindest in den 50zigern noch nicht so gleichgeschaltet ist wie es heute scheint. Eine Laudatio auf den freien Bürger, der eine wirkliche Wahl hat und sich dieser bewusst auch entscheidet.

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Mai 2006   16 Blocks     Richard Donner        2 = cool

Wenn Schauspieler die Gelegenheit bekommen ein wenig gegen ihr Image anzuspielen oder zumindest variieren zu dürfen, wie in diesem Fall Bruce Willis, der als versoffener, sich eigentlich aufgegebener New Yorker Polizist nur noch versucht in die Rente zu retten, dann kommen manchmal kleine Meisterwerke zu Stande.

Humpelnd, immer trinkend und speckig schwitzend übernimmt Willis einen 08/15 Auftrag, der sich bald zu einer griechischen Tragödie ausweitet. Der Zeuge muss 16 Blocks weit nach Downtown ins Gericht gebracht werden um dort mit seiner Aussage, eine korrupte Geschichte unter Cops zu einem gerichtlichem Ende zu bringen. 16 Blocks das sind knapp 1,6 Kilometer auf denen sich Willis vom Schatten seiner Selbst in einen geschwind humpelnden, schlagartig ernüchterten und immer noch speckigen aber virilen Vertreter des Rechts und der Ordnung zurückentwickelt.

Authentisch in ein pulsierendes NYC hineingefilmt, ist Film voller Volten, die bis zum Schluss der Geschichte immer wieder eine neue irritierende Richtung geben. Kann so was spannend sein? Ja, sogar sehr, da die Helden gar nicht anders können, als sich auf Ihren 6ten Sinn zu verlassen um sich ohne übermenschliche Fähigkeiten der sie immer enger einschliessenden Übermacht ein um das andere Mal ein Schnippchen schlagen zu können.

In einer Szene, hat Willis gerade selber geschossen um den Zeugen vor seiner sicheren Hinrichtung zu bewahren und steht jetzt schier taub vom Knall seiner Waffe, ungläubig auf den immer röter werdenden Rücken des von ihm getroffenen Attentäters starrend, mehr schwankend als sicher stehend, von sirrend pfeifenden Geräuschen irritiert in der Strasse, wobei es sonst keine anderen Töne zu hören gibt. Erst nach einem weiteren pfeifenden Sirren, schlagen die normalen Alltagsgeräusche wie eine gewaltige Woge über ihm zusammen und wie aus einem Traum erwachend realisiert er, dass der 2te Attentäter gerade versucht ihn zu erledigen.

Ich würde dies poetische Action nennen und die fesselt bis zum Schluss des Films.

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April 2006   Running Scared           Wayne Kramer        2 = cool

Kleine Geschichten, aufregende Unterhaltung. Was kann schon dabei rauskommen, wenn die Hauptfigur als Job, das Verschwindenlassen von Handfeuerwaffen sein "Forte" nennt. Auf jeden Fall sehr viel mehr als bei mancher Hollywood "BigShot" Produktion.

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April 2006   Inside Man           Spike Lee        2 = cool

"May I have your hat, Sir?" fragt der Ober den neu angekommenen Gast, "NO!!! Buy yourself one!" antwortet dieser und setzt seinen Gang mitten durch die Kantine des N.Y. Rathauses fort um an einem Tisch mit Judy Foster um dem New Yorker Bürgermeister zum stehen zu kommen.  Solche Dialoge sind das Grundmuster dieses Films, der die alt bekannte Bankraubgeschichte (Rififi, Mean Street, etc.) cool und neu variiert. Spike Lee gibt dem Genre einen Dreh, der über 2 Stunden eine feine Performance (Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Christopher Plummer, Willem Dafoe & Chiwetel Ejiofor) an die nächste reiht und dabei spannend eine Geschichte erzählt, die mit politischer Ambivalenz bzw. Häme nicht geizt und einem als sogenanntem unschuldigem Zeugen, Angst und Bange werden lässt.

Alles scheint so klar und doch wird alles mit jeder Wendung  immer undurchsichtiger. Was wollen diese Bankräuber eigentlich? Wer will überhaupt von wem was? Eins ist klar, wer grosse Ziele verfolgt, darf nicht kleckern und natürlich haben Lügen kurze Beine auch wenn diesmal in Jahrzehnten gerechnet werden muss.

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Februar 2006   Händler des Todes           Andrew Niccol        2 = cool

"A man gotta' do; what a man gotta' do" ist das wunderbare von Elvis im Badezimmer gemurmelte Mantra aus True Romance welches in dieser Geschichte einen Jungen aus Little Odessa N.Y. zu einem sehr erfolgreichen Waffenhändler aufsteigen lässt. Handeln kann er, wobei das Gesetze verbiegen, einen guten Riecher und Chuzpe haben, gepaart mit einem Schuss  Genialität und dem nötige Quentchen Glück, Yuri Orlow nicht viel Raum für einen etwaigen anderen Lebensweg lassen. Der amerikanische Traum, mit allem was dazu gehört und einer gehörigen Dosis Doppelmoral und keinem noch so kleinen Finger der für Freiheit und / oder Gerechtigkeit gerührt wird; es sei denn, es dient dem eigenen Konto und somit Frau und Kind.

Unter dem Strich, sind die grössten Waffenproduzenten der Welt: Amerika, England, Frankreich, Russland und China gleichzeitig die 5 ständigen Mitglieder im UNO Sicherheitsrat, was sie in ein Dilemma von Widersprüchen stürzt, in dem es Männern wie Yuri Orlow und seiner Fähigkeiten bedarf, dessen semiautobiographische Geschichte als Vorlage diente. Wenn es also auf der Welt schon 4 Milliarden Waffen gibt, stellt sich logischerweise für Orlow nur eine Frage: "Wie bewaffne ich die restlichen 2 Milliarden Menschen, damit sie sich adäquat wehren können?"

Alle diese Fakten, werden spannend, unterhaltsam und sehr sarkastisch an den Mann und die Frau gebracht, dass dabei die Bösen einfach cooler sind, besser wegkommen und schliesslich obsiegen, hat ein Hollywoodfilm lange nicht  mehr so offen und ungeschminkt erzählt. Moral war schon immer einer Frage des Standpunktes; nicht die Frage "Gut oder Böse - Richtig oder Falsch" entscheidet, sondern kann ich liefern was du brauchst, wenn der Preis stimmt und der Bieter (Uncle Sam / Mütterchen Russland) gerade mal wieder per Sonderaktion ihre übergrossen Lagerbestände an Schnellfeuergewehren abbauen müssen. Arme Welt.

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Februar 2006   Populärmusik aus Vittula           Reza Bagher        2 = cool

Auf den ersten Blick erinnert dieses nordschwedische Landleben, an den durchgeknallten Balkan des Emir Kusturica in Schwarzer Kater / Weise Katze. Aber schnell sorgt die sehr exzentrische Eigenart, des Ortes, der Menschen, der Protagonisten (2 Jungs, die sich mit 5-6 Jahren als beste Freunde entdecken) für einen sehr eigenständigen skurrielen Grundton. Mitte der 60' macht eine Beatles Single den beiden klar, dass es da noch etwas anderes gibt, als dieses eine ihnen bis dato bekannte Leben.

Spätestens als sie Teenager sind, und mit der Musik für ihre Freiräume kämpfen, den Mädchen den Kopf verdrehen aber dem Albdruck der eigenen Familie (eine verschroben aber menschlich, die andere religiös vernagelt und lebensbedrohlich handgreiflich) nichts entgegen zu setzen haben, wird der Drang raus zu kommen aus diesem für uns Zuschauer so pittoreskem Wahnsinn, immer grösser.

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Dezember 2005    Domino        Tony Scott        2 = cool

Was ein Trip. Seit "Training Day" gab's nicht mehr so metallische Farben in schillernder Videoclipmanier zu sehen. Die Geschichte ist kurz und bündig: "Mädchen entscheidet sich gegen eine Modelkarriere und für das Abenteuer Kopfgeldjägerin". Na wenn das mal nicht eine coole Einladung zu sexistischer und hirnloser "Action" ist!

Das Gegenteil ist der Fall, eine irre Plotwendung jagt die Nächste, der Cast bestehend aus: Keira Knightley als Domino Harvey, Mickey Rourke als Ed Mosbey und Edgar Ramirez als Choco ist so wunderbar daneben, dass es dem Zuschauer leicht fällt sich auf dieses semiautobiographische Märchen einzulassen.

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November 2005    Serenity        Joss Whedon        2 = cool

Was in StarWars zum Schluss nicht mehr da war, Witz, Eloquenz und Unberechenbarkeit, wird hier zusammen mit einem Quasi Han Solo zu einer spannenden Aktionweltraumgeschichte verquickt. Wieder einmal beweist sich, dass die Mühen die ein Drehbuch auf die Dichte der Charaktere verwendet, sich auszahlen. Nach einem für den Geschichtsunterricht zur Adaption zu empfehlenden Intro in die Zeit, den Ort, deren Mächte und unserer Crew, nimmt ein munterer Reigen von Täuschungen seinen Lauf, in dessem Rahmen es sich trefflich amüsieren, bangen und staunen lässt. Die Westernattitüde mischt sich wunderbar mit all dem Hightech was wir zu akzeptieren gelernt haben, wenn eben nicht nach Laramy geritten sondern ins nächste Sternensystem geflogen werden muss um eine Bank zu überfallen. Zum Schluss heisst es dann - frei nach was heute so in unserer Welt geschieht - das nicht alles was mit besten Intentionen angefangen wird unbedingt zu einem guten Ende führen muss. Wie wahr, wie menschlich, wie traurig und gar nicht langweilig.

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Oktober 2005    Kiss Kiss Bang Bang        Shane Black        1 = ein muss

Leider gab es Kiss Kiss Bang Bang nirgends in Köln im Original zu schauen. Bei soviel Story, Dialog Duellen und bekloppten Charakteren, war das schon doof. Ich denke allerdings, das die Synchronisation ziemlich nah dran war, aber es ist schliesslich doch was anderes Robert Downey Jr. und Val Kilmer sich anblaffen zu hören, als deren beste deutsche Ersatzstimme. Ein Haufen von Geschichten wird hier ineinandergerührt, die teilweise für sich schon zu einem eigenen Film gereicht hätten und zu einem furiosen nicht verschnaufen wollenden Achterbahnerlebnis verwoben werden.

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September 2005    Broken Flowers        Jim Jarmusch       1 = ein muss

Uff, was ein Wurf. So viele Dinge, die es zu erzählen gibt und dann verlangt der Film auch nach dementsprechend viel Zeit und Muse. Warum das Leben eines jeden von uns so verläuft wie es es tut, ist eine Frage die wenn überhaupt nur wir selber versuchen können zu beantworten. Na und so einen Versuch startet Bill Murray als Don Juan. Es ist ein Genuss ihn dabei zu begleiten wie er sich von einer grusigen Situation in die nächste wurschtelt, wobei er eigentlich nichts sehnlicher tun würde, als zu Hause auf seinem superduper (was für ein hässliches Teil) Ledersofa zu loungen und sich durch den nächsten Stapel DVD's zu fressen um in alten Filmen das zu finden, was ihm heute an Emotion abgeht. Hat er nun einen Sohn oder hat er keinen. Dieser McGuffin treibt ihn durch eine surreale Bilderanhäufung eines Amerika, wie es selbst das Landei Bush wahrscheinlich noch nie gesehen hat und er erfährt dabei einige sehr sehr skurrile Momente. Wenn das Leben so was zustande bringt, ist das Glück nicht mehr weit.

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September 2005    Sin City   Robert Rodriguez    2 = cool

September 2005 Köln - Der Film ist dann doch länger als der oder die Trailer. Alles ist extrem, sogar äusserst. Ich vermisste den Drive des rockigen Soundtracks, der wie es scheint extra nur für den Trailer verwendet wurde. Selten gab es so eine Werktreue in punkto Comics zu bestaunen. Rodriguez hat es wirklich geschafft die zeichnerische Grobheit Millers und den so transportierten Wahnsinn in bewegte Bilder umzusetzen. Die Schauspieler verschwinden hinter den von ihnen gespielten Archetypen. Was zählt ist die Story und nicht die Manierismen von Mickey Rourke oder eines Bruce Willis die angenehm verblassen hinter den so klar gezeichneten Charakteren.  Was bleibt sind die Geschichten von Männern, die sich für ihre Lieben lieber bis in den Tod verbiegen, als in dieser Welt den Weg des Normalen zu gehen. Bravo.

April 2005 Köln - Über den Film wollte ich schreiben, aber bis dato muss es beim Trailer bleiben. Das Trauerspiel der deutschen Distribution ist die Zeile nicht wert, in der sie gerade erwähnt wurde. Zurück zum Trailer, bzw. derer 2. Wenn der Film deren Versprechen halten kann, wird er ein grosses Vergnügen. schwarzweiss mit farbigen Einsprengseln, der Vorlage entsprechend, eine Phalanx kantiger Helden und Archetyp/innen unterlegt mit rockiger Musik. Na da muss das Herz eines jeden Comic Coveten doch höher schlagen.
Was der Film mehr als die im Comic verbilderte Aneinanderreihung von Gewaltexzessen bringen wird, wird sich zeigen. Aber die Gewalt und deren Verherrlichung wird wohl das Thema werden. Die Zeit in der wir leben, lässt die dunklen Aspekte unseres Seins immer sichtbarer werden. Die Neunziger während derer die Comics von Frank Miller auf den Markt kamen, deuteten diese Strömungen schon an. Was heute bei Gericht an Exzessen im Coporate Milieu verhandelt wird, wurde in Millers Geschichten verdichtet vorweggenommen. Nur Millers Racheaspekt kann und sollte sich eine Gesellschaft so nicht leisten. Ein Shoot-Out der Guten bzw. geläuterten Schlechten mit den Bösen hat aber natürlich mehr Sexapeal als die Prozesse um Mannesmann, Tyco oder demnächst bei Enron. Aber im Comictraum wird die überhöhte Umsetzung von Schuld und Sühne, der, der richterlichen Auslegung vorgezogen.

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Juli 2005    Riding Giants        Stacy Peralta       1 = ein muss

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Juli 2005    Meeresfrüchte        Olivier Ducastel      2 = Cool

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Juli 2005    Hitchhiker's Guide to the Galaxy        Garth Jennings     2 = Cool

"British Humor" ist eine universelle Grösse mit der sich in einem Film - und dieser beweist es trefflich - wunderbar arbeiten lässt! Bravo.

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Juli 2005    Mr. und Mrs. Smith        Doug Liman     3 = Geht so

Prizzis Honor war vor 20 Jahren und auch damals wurden die grossen Namen dieser Zeit in den Plot des gegenseitigen Nichtwissens um den 9-5 Job des Ehepartners eingebunden. Der Hype um Jack Nicholson, Kathlyn Turner und Angelica Huston (zu dieser Zeit Jack Nicholsons Freundin) war allerdings nicht vergleichbar mit dem Aufhebens was heute um Angelina Jolie und Brad Pitt gemacht wird. 1985 war das auch nicht notwendig, die Story an sich war und ist cool und die Schauspieler waren vom Feinsten.

20 Jahre später muss alles lauter und bunter sein und ist dann doch einfach nur uncooler. Warum so einer Megapaarung wie Jolie und Pitt nicht mehr Raum für die ihnen eigene Erotik gegeben wird und stattdessen der Kampf der Geschlechter auf dem Feld der Spielzeuge (Waffen aller Art und Grösse) ausgefochten wird, kann wahrscheinlich nur ein amerikanischer Produzent mit dem Brett einer PG13 Zulassung vor dem Kopf verargumentieren. Sei's drum, wenn die zwei ins Wortgefecht finden ist es sehr komisch und schön unterhaltsam, wobei Pitt der Bessere der beiden ist. Die Action wird bis zur Mitte des Films dem ganzen förderlich eingewoben, aber dann schmiert alles ab. Als Zuschauer müssen dann schon 75% des eigenen IQ's abgeschaltet werden um dem aberwitzigen Plot, der keiner mehr ist folgen und ihn goutieren zu können. Da helfen dann auch keine Zitate, wie das aus Butch Cassidy und Sundance Kid, da keine Emotionen geweckt werden sondern nur der Krach der Explosionen und des Geballere in Erinnerung bleibt. Leider; das Ding hätte erotischer und spannender werden können bzw. müssen.

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Juli 2005    Batman begins        Christopher Nolan      1 = Ein muss

"Batman begins", beginnt wie der Comic, den jeder kennt. Nur diesmal haben die Filmemacher es geschafft, wie auch im allerersten Teil dieser Serie Glaubwürdigkeit zu finden. Jeder Therapeut sagt immer, gehe dort hin wo die Angst am grössten ist. Wenn Dir dies gelingt, gibt es für jeden von uns wenige Grenzen in diesem Leben. Batman ist eigentlich einer von uns. Er ist kein Superman, er hat viel lernen und erleiden müssen um mit seinen Schwächen und Unzulänglichkeiten als Mensch fertig zu werden. Jeder Film ist natürlich immer ein Kind seiner Zeit, so verwundert es nicht, das nachdem Spiderman erst hatte lernen müssen mit seinen Fähigkeiten umzugehen, dass auch Batman, wenn er eigentlich einer von uns ist, das auch durchmachen muss. Diese Besinnung auf das fastmenschenmögliche erzeugt auch wenn es wie ein Widerspruch klingt, Spannung. Ja, im Zeitalter der Spezialeffekte ist es nämlich gar nicht so einfach, Situationen zu erschaffen, die einerseits glaubhaft sind und dabei immer noch spannend sind, Hier gelingt es, die Chemie zwischen dem Bösen und dem Guten passt. Eigentlich Äpfel des gleichen Baumes, ist es das menschliche Element des Mitgefühls was die Hoffung nicht begräbt und so uns die Chance auf einen neuen Versuch bewahrt. Batman beginnt also dort wo alles schon verloren scheint und zeigt uns das die Hoffnung noch nicht ganz dahin ist!

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Juli 2005    Der Flug des Phoenix        John Moore     1 = Ein muss

Abenteuer, so wie sie im Buche stehen; kurzer Anriss der jeweiligen Charaktere, stimmungsvolle Spezialeffekts (hier zum Absturz) und dann wird geabenteurt und geschauspielert was das Zeug hält; spannend, unterhaltsam und mit Witz und Ironie. So einfach und gut kann Kino sein.

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Juni 2005    Sahara        Breck Eisner    3 = hat was

Grosse Jungs die in ihren Abenteuern die Welt unsicher und dann auch wieder lebenswert machen und eine krude Geschichte um das erste Panzerschiff der Geschichte, welches in den letzten Tagen des amerikanischen Bürgerkriegs verloren ging, sind der Start dieses modernen Märchens. Historie, Seuchen, Gold,  Umweltterror und ein Leben was nicht am Schreibtisch seine Triumphe feiert sind die Ingredienzien dieses Aktionfilms.
Manchmal erinnert es alles ein wenig an "Raiders of the Lost Arc" aber Gott sei Dank, ist das Buddy Buddy Päarchen aus
Matthew McConaughey und Steve Zahn in der Lage eine sehr persönliche Stimmung herzustellen, die auch nicht von einer etwas steifen Penélope Cruz kaputt gemacht werden kann.
Allerdings glaube ich nicht, das mit dem gewählten Kinoplakat auch nur ein Zuschauer zuviel in diesen Streifen gelockt werden kann. Das ist nicht schön, denn bei grundsolider Aktion, einer gehörigen Portion Selbstironie und Witz und einem Plot der sich irgendwie als fast plausibel herausstellt, werden 2 Stunden Unterhaltung pur geboten.

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Juni 2005    KungFu Hustle    Stephen Chow     2 = cool

Material Arts in amüsanter Weise auf die Schippe zu nehmen ist nicht einfach. Wer Jacky Chan mag, kennt diese Art von Geschichten und deren Tücken. In diesem Fall wurde Gott sei Dank ein bisschen grösser und verrückter gedacht und alle notwendigen Elemente mit eingerührt.
Helden und ihre Antipoden mit sehr speziellen Kampftechniken, asiatische Archetypen im Dutzend, durchgeknallte Choreographien die mittels Tricktechnik ins Absurde aber sehr Unterhaltsame übergesteigert werden, eine "Coming of Age" Geschichte und schliesslich als I-Tüpfelchen eine anheimelnde Lovestory.
Mittendrin als Dreh und Angelpunkt eine Mafiaorganisation, die sich der Axt als Waffe bedient und nur wenn gar nichts mehr geht zum Tommygun greift. Die Jungs haben Spass an ihrem Job und wenn sie zur Entspannung das Tanzbein schwingen, werden Michael Jackson und John Travolta mal so nebenbei zu einem coolen Axtgroove verschmolzen.

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Juni 2005    Immortel    Bilal    4 = geht so

Hmmmmmmrm, würde Joda sagen, "Die Geschichte, gut sein muss!". Ziemlich alles andere, ausser eben dieser, ist gut in diesem Film. Eine umwerfend coole Hauptdarstellerin, ein Kulisse die den Comic von 1982 mehr als lebendig werden lässt und eine sehr schöne wenn auch nach fragwürdigen Kriterien eingesetzte Filmmusik; nur eben die Geschichte will einfach nicht zum Leben erwachen.
Das auch Götter sich fortpflanzen wollen oder müssen, egal wie und koste was es wolle, ist halt ein sehr, sehr dünner Faden an dem sich entlang gehangelt werden muss. Das dabei so hölzern dialogisiert wird, dass sich die Balken nicht nur biegen sondern regelmäßig splittern ist wirklich schmerzhaft. Herr Bilal wäre gut beraten gewesen, sich in seiner wundervollen Kunst- und Bilderwelt von einem lebendigen Drehbuchschreiber leiten und begleiten zu lassen. Das insbesondere die Götter so gruselig geraten sind, lässt mich schrecken, denn als unsere Abbilder hätte ihnen ein Quentchen mehr Sophistication oder Mutterwitz gut zu Gesicht gestanden. So stolpert der Plot von einem visuellen Element zum nächsten und entwickelt dabei die Spannung und den Drive einer Derrik Episode. Schade, schade; hmmmmmmmrm.

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Mai 2005    Cannes     2 = cool

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Mai 2005    I heart Huckabees   David O. Russell     2 = cool

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Mai 2005    Starwars - Die Rache der Sith   George Lucas    4 = geht so

Ich mach es kurz. Die ersten 20 - 30 Minuten sind cool. Der Weltraum, ungeahnte Weiten, grosse Leichtigkeit, die Helden in ihrem Element. Sagenhaft, atemberaubend, schon fast spannend und teilweise sehr komisch. Hui, das hätte was werden können.
Aber dann schlägt Faust zu und zwar mit aller Schwerkraft und es wird unbeholfen und uninspiriert. Herje' wie soll das nun gehen mit der dunklen Seite der Macht, denn verstehen tuts so richtig keiner. Wenn dann der arme Ani sich auf die schattige Seite schlägt, hat die schauspielerische und dramaturgische Inkompetenz ihren Höhepunkt gefunden. Da ist jedes mephistotelische Pärchen auf einer deutschen Kleinstadtbühne glaubwürdiger, als dieses tricktechnisch unglaublich ausgestattete Jammertal. Auweia.

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April 2005    Million Dollar Baby   Clint Eastwood    1 = ein muss

Wo immer dieser Film spielt; Amerika war nie zerbrechlicher und gleichzeitig losgelöster von einer austauschbaren Wiedererkennbarkeit, die 40 Jahre Serienkonsum an Flurschaden in einem Kinogänger hinterlassen haben können.
Ein europäischer Auteur hätte seine Freude gehabt, diesen Ideenreichtum umzusetzen, aber ihm hätte wahrscheinlich die Gradlinigkeit und Brutalität eines Clint Eastwood gefehlt um diesen Film zu dem zu machen was er ist; eine Wucht, etwas das nachschwingt und zur Reflektion anregt.

Ob Boxen wie das Leben oder das Leben wie ein Boxkampf angegangen werden muss ist das aus dem Off hallende Mantra, aber egal auf was wir uns vorbereiten oder was uns der besten Coach beigebracht hat, der Kampf Leben ist nicht vorhersehbar und es bedarf eines grossen Herzens diese Grausamkeiten als unsere Existenz hinzunehmen ohne dabei die Würde zu verlieren.

Das hier eine Bande von Film-Gerontokraten, mal eben über die Themen unserer Zeit (Familie, Glaube, "wer und was bin ich" und Vergänglichkeit) herwischt, ohne mit dem Zeigefinger zu wedeln, dabei unterhaltsam bleibt, mit leidenschaftlicher Intensität einen Haufen wunderbarer Nebenrollen schafft und dabei glaubhaft bleibt ist schon ein kleines Wunder.

Die Trockenheit der Dialoge zwischen Eastwood und Freeman zeigen was Kino an Unterhaltung leisten kann ohne viel Geld alle Nas' lang in Special-Effects zu stecken. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, der Produktionvalue ist teuer. Da sind viele Dollars und Mühen in die Handlungsorte gesteckt worden, was unauffällig zu einer hohen szenische Dichte führt.

Die Story ist der Held und die Heldin (Hilary Swank) wird ihrer mehr als gerecht.

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April 2005    Willenbrock   Andreas Dresen    3 = hat was

Für einen Zweitling ist es immer schwer, obwohl es nach "Herr Wichmann von der CDU" eigentlich der dritte Kinofilm von Andreas Dresen ist, der mit "Halbe Treppe" so fulminant gestartet ist. Beide Filme (ersterer und letzterer) haben als Hauptdarsteller den wunderbaren Axel Prahl.

Der Film oszilliert zwischen dem Wunsch das Ostleben zu zeigen, dogmaähnlichen Produktionsmethoden und krimihaften Erzählelementen hin und her, wobei er  dabei in einzelnen Szenen wunderbare Bilder und Dialoge findet und in anderen - das sind leider die meisten - keinen richtigen Boden unter die Füsse bekommt. 

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März 2005    The Life Aquatic   Wes Anderson    1 = ein muss

Eigentlich ist "The Life Acquatic" die Fortsetzung von "The Royal Tenenbaums" auf bzw. im Wasser. Grosse Familien oder deren Patriarchen sind immer gut für kolossale Geschichten. Mit Liebe zum skuriellen Detail geht  hier eine Quasi-Costeau Truppe auf die Jagd nach dem maritimem McGuffin. Dabei schont die Crew weder sich noch die Zuschauer. Ob platt, sophisticated oder banal; Freunde sind alles, Geld kommt immer von irgendwo her und wer sich nicht selber auf die Schippe nehmen kann, hat es nicht verdient letztlich erst genommen zu werden. 

Natürlich hilft es vor dem Film, das zu tun was der Held Steve Zissou den ganzen Film über tut. Jointbeflügelt beschreibt dieses Drehbuch die Familie als den Dreh und Angelpunkt unserer ganzen Existenz. Wird diese bedroht zeigen sich alle wehrhaft. Das so nebenbei mal eben 30 Jahre Unterwasserfilmgeschichte persifliert, die Verbindung von Theater und Kino auf wunderbare Weise zelebriert und en passant ein Soundtrack in unplugged dargereicht wird, der die MTV Nirwana-Sessions wie einen Schullandausflug erscheinen lassen ist ein Verdienst für sich, wobei David Bowie letztendlich in portugiesisch fassbarer wird, als er es in seine eigenen Konzerte der letzten 10 Jahre selber war.

Ein wunderbarer Cast, angefangen bei Bill Murray, der seit "Lost in Translation" immer besser wird, über einen näselnden Owen Wilson, der mit einem "germanschpiekin" Willem Dafoe um die Vaterliebe kämpft, die sich wiederum in Verkennung der Realitäten um eine so was von schwangere Cate Blanchet bemüht, wird nur noch von einer umwerfenden auf nichtgeschminkt getrimmten Angelica Houston getoppt.

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März 2005    Darwins Alptraum   Hubert Sauper    1 = ein muss

Einmal im Jahr versuchte das Kollegium im Schulplan (Mitte der 80ziger) ein Fokusthema zu definieren, an dem sich der ganze Unterrichtskanon (Geschichte, Politik, Philosophie, Biologie, Chemie, Wirtschaftskunde, Geographie und Religion) darstellen lassen würde.

"Darwins Alptraum" ist so ein Kanonanker. Nilbarsche, die bis in die 60ziger im Viktoriasee Tansanias nicht heimisch waren, bedingen einen lokalen Wirtschaftsboom, der ohne eine hungrige Restwelt nicht gedeien bzw. ohne deren Lieferungen an Fertigprodukten (Waffen, etc.) logistisch nicht denkbar wäre. Das historische Dreieck Sklavenhandels (Europäische Fertigprodukte im Tausch gegen Sklaven, fliessen als Geld und Rohstoffe per Schiff an den Ursprungsort der Reise zurück) wird 200 Jahre nach Abschaffung derselben mittels Flugzeugen wiederbelebt. 

Globalisierung in seiner ureigensten Form, wobei Menschen, Umwelt und die Ethik auf der Strecke bleiben werden. Wenn das Geruchskino schon umgesetzt wäre (und ich meine nicht die popigen Versuche eines Mr. Waters in "Polyester") dieser Vorhof der Hölle nicht aushaltbar.

Filmisch hoch professionell und auf den Punkt gebracht, dabei niemals fingerzeigerisch transportiert jede Einstellung einen Mosaikstein, bis der Wahnsinn für den Zuschauer bald zuviel wird. Atemberaubend, grausam und traurig wird beschrieben was Darwinismus eigentlich bedeutet.

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Februar 2005    Sideways    Alexander Payne    1 = ein muss

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Januar 2005    Aviator     Martin Scorsese   1 = ein muss

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März 2004    Gegen die Wand     Fatih Akin   1 = ein muss

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Februar 2004    Lost in Translation    Sofia Coppola   1 = ein muss

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